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Vorsorge
Absicherung für den Ernstfall
Die Karriere eines Profifußballers ist kurz und kann schon beim nächsten Foul plötzlich enden. In diesem Fall kann eine Spielunfähigkeitsversicherung den finanziellen Schaden eines verletzungsbedingten Karriereendes abmildern. WIR PROFIS sprach darüber mit Diplom-Kaufmann Christian Schmeckmann, der seit vielen Jahren beim DFB-VDV-Versorgungswerk und beim VDV-Finanzpartner MLP als Berater tätig ist. Für VDV-Mitglieder gibt es jetzt lukrative Sonderkonditionen.
WIR PROFIS: Herr Schmeckmann, beginnen wir mit einer Begriffsklärung: Was genau bedeutet „Spielunfähigkeit“ in der Versicherungspraxis und worin liegt der Unterschied zur klassischen Berufsunfähigkeit?
Christian Schmeckmann: Profisportler tragen ein außergewöhnlich hohes Risiko für Verletzungen und gesundheitliche Einschränkungen. Eine Spielunfähigkeitsversicherung greift dann, wenn die versicherte Person ihren Beruf als Profisportler nicht mehr ausüben kann – auch dann, wenn außerhalb des Sports theoretisch noch eine andere Tätigkeit möglich wäre. Genau dieses spezielle Risiko wird abgesichert. Bei einer klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Prüfung anders ausgestaltet. Dort kommt es in der Regel darauf an, ob die zuletzt konkret ausgeübte berufliche Tätigkeit infolge von Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich dauerhaft beziehungsweise für den vertraglich vereinbarten Zeitraum zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Ob eine andere Tätigkeit relevant ist, hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab; moderne BU-Verträge verzichten häufig auf eine abstrakte Verweisung. Für Profisportler ist der Zugang zu einer klassischen BU jedoch oft erschwert oder nur mit Einschränkungen möglich. Die Spielunfähigkeitsversicherung ist deshalb eine gezielte Einkommensabsicherung für die besondere Risikosituation im Profisport.
WIR PROFIS: Das heißt: Sobald ein Spieler nicht mehr als Profifußballer eingesetzt werden kann, greift diese Absicherung. Unabhängig davon, ob theoretisch noch eine andere berufliche Tätigkeit möglich wäre?
Christian Schmeckmann: Genau. Wenn ein Spieler dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, Profifußball zu spielen, greift die Spielunfähigkeitsabsicherung. Es geht also nicht um eine allgemeine Arbeitsfähigkeit, sondern ganz konkret um die Ausübung des Berufs als Profifußballer. Der entscheidende Unterschied liegt auch darin, dass diese Absicherung genau die Phase schützt, in der das Einkommen besonders hoch ist und ein Karriereabbruch wirtschaftlich besonders schwer wiegt.
WIR PROFIS: Bei längeren Verletzungen stellt sich oft zuerst die Frage nach der Zeit unmittelbar nach der Lohnfortzahlung. Ist die Spielunfähigkeitsversicherung dafür gedacht?
Christian Schmeckmann: Nein, dafür ist in erster Linie das Krankentagegeld gedacht. Die Spielunfähigkeitsversicherung greift erst dann, wenn ein Spieler dauerhaft nicht mehr Profifußball spielen kann. Für die Phase nach der Lohnfortzahlung – in der Regel nach sechs Wochen – lässt sich die Spielunfähigkeitsversicherung sinnvoll mit einem Krankentagegeld kombinieren. So entsteht eine Absicherung sowohl für eine längere Verletzungsphase als auch für den wirklichen Karriereabbruch.
WIR PROFIS: Wie sieht die Leistung konkret aus? Gibt es verschiedene Modelle oder Laufzeiten?
Christian Schmeckmann: Bei der Spielunfähigkeitsversicherung geht es um eine Einmalzahlung, nicht um eine laufende Rente. Üblich sind Jahresverträge. Die Höhe der Absicherung orientiert sich am Einkommen. Unsere Empfehlung lautet in der Regel, das Fünffache des Jahresbruttoeinkommens abzusichern. So entsteht für ungefähr fünf Jahre eine wirtschaftliche Planungssicherheit. Das verschafft Ruhe, um den sogenannten Plan B vorzubereiten und die Zeit nach der Karriere ohne unmittelbaren finanziellen Druck neu zu strukturieren.
WIR PROFIS: Wer entscheidet am Ende, ob ein Spieler tatsächlich spielunfähig ist?
Christian Schmeckmann: Am Ende erfolgt die Prüfung durch die Versicherung auf Basis der medizinischen Unterlagen. Entscheidend ist die Diagnose und die Frage, ob der Spieler seinen Beruf als Profifußballer noch ausüben kann. Es geht also nicht darum, ob später vielleicht noch in einer unteren Amateurklasse Sport möglich wäre, sondern darum, ob Profifußball weiterhin realistisch ist.
WIR PROFIS: Für wen kommt diese Versicherung grundsätzlich infrage?
Christian Schmeckmann: Im Grunde für alle Spieler im bezahlten Fußball. Die entscheidende Grundlage ist das Einkommen. Danach richtet sich, in welcher Höhe eine Absicherung sinnvoll und überhaupt möglich ist. Wer sehr wenig verdient, kann naturgemäß keine sehr hohe Summe absichern. Wer deutlich mehr verdient, kann entsprechend höher absichern. Dabei spielt auch das Alter eine Rolle, und natürlich gibt es Gesundheitsfragen.
WIR PROFIS: Welche Faktoren beeinflussen die Konditionen konkret?
Christian Schmeckmann: Wesentlich sind das aktuelle Einkommen, das Alter und die Gesundheitssituation. Je höher das Einkommen, desto höher lässt sich die Summe absichern. Je älter ein Spieler ist, desto teurer wird die Prämie. Gesundheitsfragen gehören ebenfalls dazu. Das ist am Ende ein klassischer versicherungsmathematischer Prozess.
WIR PROFIS: VDV-Mitglieder können Sonderkonditionen in Anspruch nehmen. Wie sehen diese genau aus?
Christian Schmeckmann: VDV-Mitglieder erhalten auf die Prämie einen Rabatt von fünf Prozent. Das bedeutet: Wer regulär einen bestimmten Beitrag zahlen würde, zahlt als VDV-Mitglied fünf Prozent weniger. Zusätzlich gibt es – wenn in einem Versicherungsjahr keine Leistung in Anspruch genommen wurde – im Folgejahr eine Reduzierung des Beitrags um 20 Prozent. Der VDV-Vorteil bezieht sich also auf die Beitragsseite, nicht auf die spätere Auszahlungsseite.
WIR PROFIS: Wenn Sie es auf den Punkt bringen müssten: Warum ist die Spielunfähigkeitsabsicherung für Fußballprofis besonders wichtig?
Christian Schmeckmann: Weil die Karriere kurz ist und sich in diesen Jahren der größte Vermögenswert aufbaut. Wenn ausgerechnet in dieser Phase durch eine schwere Verletzung oder gesundheitliche Einschränkung ein abruptes Ende kommt, entsteht ohne Absicherung schnell eine existenzielle Lücke. Genau deshalb ist es wichtig, rechtzeitig über passende Lösungen nachzudenken.
Der Kontakt zu Christian Schmeckmann vom DFB-VDV-Versorgungswerk kann über die VDV hergestellt werden.
• Telefon: 02 09 – 73 08 26 60
• E-Mail: hak@eedgftfs.isneeeoclpirwr
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