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Navina Omilade
Die Spielmacherin des eigenen Wandels
Zweifache Champions-League-Siegerin, zweifache Europameisterin, Triple-Gewinnerin: Navina Omilade hat sportlich eine Trophäenvitrine gefüllt, von der die meisten nur träumen. Doch während sie auf dem Rasen Titel sammelte, skizzierte sie im Hinterkopf bereits die Taktiktafel für die Zeit nach dem Abpfiff. In unserer Rubrik „Nachspielzeit“ berichtet sie, warum der Übergang ins Berufsleben kein „Kaltstart“ sein muss, sondern ein bewusster Spielzug sein sollte, den es frühzeitig einzuleiten gilt.
Die Ausbildung im „Druckkessel“ Potsdam
Wenn Navina Omilade heute auf ihre Laufbahn zurückblickt, sind es nicht die glänzenden Medaillen, die zuerst vor ihrem inneren Auge erscheinen. Es ist das Fundament, das sie bei Turbine Potsdam legte. „Dort habe ich erlebt, was es heißt, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem Anspruch, Teamkultur und tägliche Konsequenz wirklich gelebt werden“, erinnert sie sich. In Potsdam lernte sie, sich als junge Spielerin in einem extrem leistungsorientierten Umfeld zu behaupten und die eigene Identität unter maximaler Belastung zu schärfen. Leistungsdruck war hier kein Hindernis, sondern der Katalysator für ihr persönliches Wachstum.
Das perfekte Finale als Karriere-Sprungbrett
Sportlich gipfelte ihr Weg in einem fußballhistorischen Moment: dem Triple mit dem VfL Wolfsburg 2013. Ein „Once-in-a-Lifetime“-Gefühl. Woche für Woche spürte das Team, dass es Großes erreichen könnte – stets wissend, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Stolperstein ist. „Der Champions-League-Titel, die Meisterschaft und der Pokal waren nicht nur Trophäen. Sie waren der Beweis, dass sich jahrelange Arbeit, Rückschläge und Geduld lohnen können.“ Nach dem Triple-Gewinn beendete Navina ihre erfolgreiche Karriere.
„Permanentes Tetris“: Studium im Mannschaftsbus
Der Gedanke an das Leben nach dem Sport war für Navina kein Gespenst, das sie erst am Karriereabend heimsuchte. Früh erkannte sie, wie fragil eine Profi-Laufbahn ist. Spätestens mit Mitte 20 war klar: Sie wollte nicht ohne Aufwärmprogramm ins kalte Wasser der Arbeitswelt springen. Parallel zum Profisport baute sie sich deshalb bewusst ein zweites Standbein auf. Zwischen 2002 und 2012 studierte sie an der Universität Potsdam und schloss ihr Studium als Diplom-Sportökonomin ab. Ein Spagat, der einem „permanenten Tetris-Spiel“ glich: vormittags Rasen, nachmittags Seminare oder Diplomarbeit; gelernt wurde in Zügen, Bussen und Hotels. Ihr Credo gegen den Perfektionismus blieb dabei stets klar: „Es muss nicht perfekt sein, es muss kontinuierlich sein.“
Neue Spielfelder und strukturelle Strategien
Heute nutzt sie die Tugenden des Platzes – Disziplin und Kommunikation unter Druck – in Führungs- und Gremienarbeit. Nach ihrer aktiven Karriere war Navina Omilade unter anderem als Referentin für Sportkooperationen bei der IKK tätig und brachte dort ihre sportökonomische Expertise an der Schnittstelle von Gesundheit, Prävention und Leistungssport ein. Bis Sommer 2025 gehörte sie zudem dem Aufsichtsrat von Holstein Kiel an und wirkte dort an strategischen Fragen von wirtschaftlicher Stabilität und langfristiger Vereinsentwicklung mit.
Der Perspektivwechsel erforderte Anpassung. In der Wirtschaft gibt es kein direktes Feedback des Trainers oder der Kurve; Entscheidungsprozesse sind eher Langstreckenlauf als Sprint. Navina begegnete diesem Wandel mit der gleichen Haltung, die sie als Spielerin auszeichnete: Mut zur Reflexion, Bereitschaft zur Weiterentwicklung und den Anspruch, Verantwortung zu übernehmen.
Inhaltlich liegt ihr Fokus weiterhin auf der Professionalisierung des Frauenfußballs und auf strukturellen Verbesserungen für Athletinnen. Verlässliche Arbeitsbedingungen und nachhaltige Strukturen sind für sie keine Randthemen, sondern zentrale Zukunftsfragen des Sports. Auch beim Thema Antirassismus fordert sie eine klare Kante und mehr Support durch Verbündete: „Niedrigschwellige Anlaufstellen und Sanktionen, die Wirkung zeigen“, seien unverzichtbar. Navina Omilades Weg beweist: Wer rechtzeitig den Kopf hebt und das Feld scannt, für den ist der Abpfiff nur das Signal für den Anstoß in eine neue, ebenso spannende Halbzeit.
Plan B? VDV hilft!
Als Spielergewerkschaft hilft die VDV bei der Vorbereitung auf die nachfußballerische Berufslaufbahn – von der Potenzialanalyse, über Fernstudiengänge bis hin zu praktischen Bewerbungstipps.
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- Telefon: 02 09 – 73 08 26 60
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