Weil bei uns der Spieler als Mensch zÀhlt!
Chance auf hohe EntschĂ€digungÂ
Sammelklage ohne Prozesskostenrisiko fĂŒr Profis
Mit dem Diarra-Urteil hat der EuropĂ€ische Gerichtshof im Oktober 2024 entschieden, dass verschiedene Bestimmungen des FIFA-Transferrechts mit dem EU-Recht unvereinbar sind und wichtige Rechte der Spieler als Arbeitnehmer verletzen. Die speziell dazu gegrĂŒndete niederlĂ€ndische Stiftung âJustice for Playersâ hat es sich daraufhin zum Ziel gesetzt, dass Spieler fĂŒr Verluste entschĂ€digt werden sollen, die sie aufgrund dieser rechtswidrigen FIFA-Regeln erlitten haben. (Teaserbild mit KI erstellt.)
Sofern es zu keiner Verhandlungslösung mit der FIFA kommen sollte, hat Justice for Players bereits angekĂŒndigt, eine Sammelklage bei einem Gericht in den Niederlanden einzureichen. Anhand der von Justice for Players zur VerfĂŒgung gestellten Informationen beantwortet WIR PROFIS die zentralen Fragen zu dieser Mission.
Worum geht es im Kern?
Ziel ist es, sowohl SchadensersatzansprĂŒche fĂŒr die Spieler durchzusetzen als auch das FIFA-Transfersystem nach den Vorgaben des Diarra-Urteils des EuGH zu reformieren. Die geplante Sammelklage richtet sich gegen die FIFA und nationale MitgliedsverbĂ€nde in der EU (darunter auch gegen den DFB).Â
Wer kann an der Sammelklage teilnehmen?
GrundsĂ€tzlich können Spieler, die seit 2002 in der EU und in GroĂbritannien professionell FuĂball gespielt haben, an der Sammelklage in den Niederlanden teilnehmen (ausdrĂŒcklich auch ohne direkten Bezug zu den Niederlanden). Aktive und ehemalige Spieler, die nicht in den Niederlanden leben, mĂŒssen sich dafĂŒr gesondert registrieren.
Die Daten der Spieler werden vertraulich behandelt. Die registrierten Spieler bleiben â auch in einem Gerichtsverfahren â anonym.
Wer trÀgt die Kosten der Sammelklage?
Die Spieler mĂŒssen dank der Einbindung eines Drittfinanzierers fĂŒr die Teilnahme am Klageverfahren nichts bezahlen und tragen somit kein Prozesskostenrisiko. Wenn die Klage erfolgreich ist, behĂ€lt Justice for Players maximal 25 Prozent der zugesprochenen Schadenssumme zuzĂŒglich der Verfahrenskosten ein, insbesondere um den Drittfinanzierer zu entschĂ€digen. Wenn die Klage nicht erfolgreich ist, fallen keine Kosten an. In keinem Fall mĂŒssen Spieler fĂŒr die Teilnahme an der Sammelklage bezahlen. Alle finanziellen Aspekte werden unter der Obhut des niederlĂ€ndischen Gerichts geregelt.
Wie hoch könnten die EntschÀdigungen ausfallen?
Laut den von Justice for Players durchgefĂŒhrten Untersuchungen sollen Spieler wegen der beanstandeten FIFA-Regeln im Durchschnitt etwa acht Prozent weniger Gehalt verdient haben, als ihnen eigentlich zugestanden hĂ€tte (zuzĂŒglich Zinsen). Die individuelle Berechnung der EntschĂ€digung hĂ€nge von vielen Faktoren ab (Verdiensthöhe, Karrierelaufzeit, Zinsniveau etc.). Wie die EntschĂ€digungen im Erfolgsfall genau berechnet und verteilt werden, soll unter gerichtlicher Aufsicht entschieden werden.
Auf welcher Rechtsgrundlage basiert die Sammelklage?
Die Transferregeln der FIFA verstoĂen gegen zwei Grundprinzipien des europĂ€ischen Rechts; nĂ€mlich gegen das Recht auf FreizĂŒgigkeit der Arbeitnehmer (Artikel 45 AEUV) und gegen das Verbot wettbewerbswidriger Praktiken (Artikel 101 AEUV). Der EuropĂ€ische Gerichtshof hat dies in seinem Diarra-Urteil bestĂ€tigt. Seit 2014 sieht das EU-Recht (Richtlinie 2014/104) die Verpflichtung vor, alle Opfer von VerstöĂen gegen das EU-Wettbewerbsrecht vollstĂ€ndig zu entschĂ€digen.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Sofern es nicht vorher zu einer auĂergerichtlichen Einigung kommen sollte, soll die Klage bereits im zweiten Quartal 2026 eingereicht werden. Eine erste Entscheidung zu den zentralen Rechtsfragen werde dann fĂŒr 2028 erwartet.
Gibt es gewerkschaftliche UnterstĂŒtzung?
Zahlreiche europĂ€ische Spielergewerkschaften unterstĂŒtzen öffentlich das Sammelklage-Vorhaben von Justice for Players, darunter beispielsweise die französische UNFP und die österreichische VdF. Die VDV steht in Kontakt mit Justice for Players und hat die Zusage erhalten, dass ein renommierter deutschsprachiger Rechtsanwalt fĂŒr Fragen von VDV-Mitgliedern zur VerfĂŒgung steht.
Welche Fragen sind offen?
Aus Sicht der VDV konnten im Vorfeld noch nicht alle relevanten Fragen beantwortet werden. Dies betrifft beispielsweise die genaue Berechnung der individuellen EntschĂ€digung im Erfolgsfall sowie die generellen Erfolgsaussichten. Die VDV ist diesbezĂŒglich fortlaufend in klĂ€renden GesprĂ€chen mit unterschiedlichen Stakeholdern, um VDV-Mitglieder ĂŒber aktuelle Entwicklungen informieren zu können.
Welche Alternativen gibt es zur Teilnahme an der Sammelklage?
Falls es nicht zu einer auĂergerichtlichen Einigung kommen sollte, könnte jeder Spieler â alternativ zur Sammelklage â individuell auf Schadensersatz klagen. Dies wĂ€re allerdings mit einem enormen Aufwand und einem hohen Prozesskostenrisiko verbunden. Wenn die AnsprĂŒche nicht geltend gemacht werden, verjĂ€hren sie. Die Sammelklage bietet also eine Chance, ohne Prozesskostenrisiko die eigenen AnsprĂŒche geltend zu machen. Zu berĂŒcksichtigen ist allerdings, dass sich Spieler, die sich an der Sammelklage beteiligen, grundsĂ€tzlich fĂŒr diesen Weg festlegen und dann spĂ€ter nicht mehr selbst klagen können.
Was empfiehlt die VDV?
Jeder Spieler muss fĂŒr sich selbst entscheiden, ob er an der Sammelklage teilnehmen möchte oder nicht. Die VDV beantwortet diesbezĂŒglich Fragen ihrer Mitglieder und stellt fĂŒr ihre Mitglieder bei Bedarf direkten Kontakt zu einem deutschsprachigen Rechtsanwalt von Justice for Players her.Â
Sammelklage: UnterstĂŒtzung fĂŒr VDV-Mitglieder
VDV-Mitglieder können ĂŒber die VDV weitere Informationen von Justice for Players sowie zum Registrierungsverfahren erhalten. Zudem hat Justice for Players einen renommierten
deutschsprachigen Rechtsanwalt benannt, der fĂŒr Fragen von VDV-Mitgliedern zur VerfĂŒgung steht.
Detaillierte Infos dazu gibt es ab sofort beim VDV-Mitgliederservice:
- Telefon: 02 09 â 73 08 26 60
- E-Mail: orheercwgsee@pifktealifsn.d
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