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Marcel Bergmann 

VDV-Training als Sprungbrett nach Leipzig 

Torhüter Marcel Bergmann über seine Zeit im VDV-Proficamp, die neue Herausforderung bei Lok Leipzig und darüber, warum es sich lohnt, in schwierigen Karrierephasen den Blick über den Tellerrand zu wagen. 

WIR PROFIS: Marcel, du warst Teilnehmer des diesjährigen VDV-Proficamps. Wie hast du diese Zeit erlebt und was ist dir besonders in Erinnerung geblieben? 

Marcel Bergmann: Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, einzelne prägende Momente zu benennen. Aber grundsätzlich war es eine sehr wertvolle Zeit. Gerade als vertragsloser Spieler ist es wichtig, wieder in eine Trainingsroutine zu kommen und sich mit anderen Spielern in der gleichen Situation auszutauschen. Man merkt schnell: Man ist nicht allein. Wir waren zwar keine echte Mannschaft, aber in den vier Wochen ist ein echter Teamgeist entstanden, auch mit dem Trainerteam. Besonders im Kopf geblieben sind mir die erste Zusammenkunft und das letzte gemeinsame Mittagessen. Da wurde einem bewusst: Jetzt geht jeder wieder seinen Weg. 

WIR PROFIS: Du warst als Torhüter in einer besonderen Rolle. Wie hast du das spezifische Torwarttraining erlebt? 

Marcel Bergmann: Sehr positiv. Wir waren meistens zu dritt und haben intensiv mit Torwarttrainer Thorsten Albustin gearbeitet. Albu hat von der Bundesliga bis zur Kreisliga alles gesehen – mit allen Höhen und Tiefen. Gerade in so einer schwierigen Phase der Karriere ist es Gold wert, jemanden an der Seite zu haben, der nicht nur fachlich top ist, sondern auch menschlich versteht, wie du dich fühlst. Ich habe definitiv von seinem Training profitiert. 

WIR PROFIS: Neben dem Platz gab es auch ein Rahmenprogramm. Wie hast du das erlebt? 

Marcel Bergmann: Die VDV hat uns ganzheitlich top betreut. Es gab Vorträge zur finanziellen Planung, zur Weiterbildung, etwa durch die Vorstellung der IST-Hochschule. Aber auch ganz praktische Tipps, wie man sich auf die Zukunft vorbereiten kann. Ein echtes Highlight war auch der Besuch von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. Dass sich jemand auf dieser politischen Ebene Zeit nimmt, um mit uns zu sprechen, zeigt den Stellenwert, den das Camp mittlerweile hat. Es ging also nicht nur darum, körperlich fit zu bleiben, sondern auch mental und perspektivisch gut aufgestellt zu sein. 

WIR PROFIS: Gab es auch Punkte, bei denen du gesagt hast: Das hätte man besser machen können? 

Marcel Bergmann: Für mich persönlich waren gerade die Anreisen manchmal lang, vor allem wenn du wie ich aus dem hohen Norden kommst (lacht). Aber dafür wurden wir an allen Standorten mit optimalen Bedingungen empfangen. Wir waren an mehreren Sportschulen mit Top-Plätzen, das war super organisiert. Und mal ehrlich: Wann hat man sonst die Gelegenheit, die besten Sportschulen Deutschlands kennenzulernen? 

WIR PROFIS: Du bist mittlerweile bei Lok Leipzig unter Vertrag. Wie kam der Wechsel zustande? 

Marcel Bergmann: Das hat sich relativ spät ergeben, im August, nach einer Verletzung von Torhüter Niclas Müller. Ich war durch das Proficamp topfit und konnte mich in zwei, drei Tagen gut präsentieren. Es hat einfach gepasst. Lok ist ein absoluter Traditionsverein, wurde vergangene Saison Meister in der Regionalliga Nordost, hat eine tolle Fankultur und professionelle Bedingungen, insbesondere mit Torwarttrainer Tomislav Piplica. So etwas ist in der Regionalliga nicht selbstverständlich. 

WIR PROFIS: Wie nimmst du den Verein und das Umfeld in Leipzig bisher wahr? 

Marcel Bergmann: Sehr ambitioniert. Die Leute hier wollen was bewegen und ich glaube, dass die Art und Weise, wie hier gearbeitet wird, mittelfristig auch über die Regionalliga hinausgeht. 

WIR PROFIS: Lok wurde letztes Jahr Meister, durfte aber nicht direkt aufsteigen. Wie geht man als Team mit so einem Rückschlag um? 

Marcel Bergmann: Ich war letztes Jahr noch nicht dabei, aber ich habe schnell gemerkt, wie beeindruckend die Mannschaft und das gesamte Umfeld damit umgehen. Statt zu hadern, hat man den Blick nach vorn gerichtet. Aktuell läuft es wieder sehr gut und wir stehen erneut an der Tabellenspitze. Das zeigt: Hier steckt eine enorme mentale Stärke im Team. 

WIR PROFIS: Du bist als Torhüter natürlich in einer speziellen Situation. Was sind deine persönlichen Ambitionen für die Saison? 

Marcel Bergmann: Jeder Fußballer will am Wochenende auf dem Platz stehen, das ist völlig klar. Als Torhüter ist die Situation aber nochmal spezieller: Es gibt eben nur einen Platz im Tor. Im Moment unterstütze ich Andreas in seiner Rolle als Nummer eins bestmöglich und wir sind ein echtes Torwartteam. Aber natürlich bin ich ehrgeizig und will mich zeigen, wenn die Chance kommt. Persönliche Ambitionen gehören dazu, aber man muss auch wissen, wann man sie zugunsten des Teams hintenanstellt. 

WIR PROFIS: Rückblickend: Würdest du das VDV-Proficamp anderen vertragslosen Spielern empfehlen? 

Marcel Bergmann: Absolut. Es ist eine großartige Gelegenheit, sich auf hohem Niveau fit zu halten, im Spielrhythmus zu bleiben und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Camp war genau das, was ich in dieser Situation gebraucht habe. Wir hatten einige Testspiele, das ist in der Phase enorm wichtig. Und es entstehen auch echte Verbindungen. Ich bin noch mit mehreren Jungs aus dem Camp in Kontakt, wir fragen uns gegenseitig, wie es läuft. Das verbindet! 

WIR PROFIS: Abschließend gefragt: Was bedeutet dir die VDV über das Camp hinaus? 

Marcel Bergmann: Ich hatte auch schon früher Kontakt mit der VDV, etwa bei Vertragsfragen. Da war es super, einfach mal unkompliziert jemanden anrufen zu können. Die VDV ist ein starker Partner im Rücken. Und mit dem ganzheitlichen Ansatz – von Weiterbildung bis Karriereplanung – gibt sie einem Impulse, die über das reine Fußballer-Dasein hinausgehen. Gerade in einer Phase der Neuorientierung ist das extrem hilfreich. 

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