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TiteltrÀger in fernen LÀndern 

Sandi Sahmans ungewöhnlicher Weg als Athletiktrainer 

Dort, wo viele andere Profis ihre Schuhe an den Nagel hĂ€ngen, ist Sandi Sahman nach seiner Karriere erst so richtig durchgestartet: in Asien. Als Athletiktrainer sammelte er Erfolge in China, Bangladesch, im Oman und aktuell in Kambodscha. Seine Geschichte handelt von Titeln, Kulturschocks und von dem Wunsch, strukturelle LĂŒcken in der deutschen Trainerausbildung zu fĂŒllen. 

Sandi Sahman ist nach der aktiven Laufbahn das gelungen, was ihm als ehemaligem Offensivspieler in den Genen liegt: Er hat den zweiten Ball verwertet. Als Spieler blieb ihm nĂ€mlich der ganz große Durchbruch verwehrt, doch auf dem zweiten Karriereweg ging es steil bergauf. Heute ist er international erfolgreicher Athletiktrainer und Videoanalyst – mit mehreren Titeln im GepĂ€ck. 

Anstoß zur zweiten Karriere 

Die Grundlage dafĂŒr hat er bereits frĂŒh in seiner Profikarriere gelegt. „Durch meine Teilnahme am VDV-Proficamp bin ich damals nicht nur zu einem neuen Vertrag, sondern auch mit den Bildungspartnern der VDV in Kontakt gekommen. Also habe ich angefangen, mich parallel zur Spielerkarriere fortzubilden“, erinnert sich Sandi. Über das IST-Studieninstitut absolvierte er mehrere Weiterbildungen, etwa zum Athletiktrainer und Fußballmanager. „Das Angebot ist vielseitig, die Inhalte reichen von Sportmedizin bis Biomechanik – alles extrem praxisnah und auf den Fußball zugeschnitten.“ 

Mit Blick auf die hohe Bedeutung des Athletiktrainings fĂŒr den Mannschaftserfolg findet Sandi es schade, dass der DFB noch keine eigene Athletiktrainerlizenz eingefĂŒhrt hat. „In Asien gibt es lĂ€ngst eine fußballspezifische Fitnesstrainerlizenz. Wer hier professionell arbeiten will, muss die vorweisen können.“ Sein Appell: Eine offizielle Lizenz, die auch fĂŒr höherklassige Ligen gilt. „Das wĂŒrde noch mehr Perspektiven fĂŒr VDV-Mitglieder schaffen – und neue Jobs im Fußball.“ 

Doppelpass aus Theorie und Praxis 

Sein Erfolg als Athletiktrainer basiert nicht nur auf seiner guten Ausbildung beim VDV-Bildungspartner, sondern auch auf seiner Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Stationen wie der chinesische Spitzenklub SH Shenhua, der Traditionsverein Mohammedan SC in Bangladesch oder Al-Seeb im Oman fĂŒhrte ihn weiter nach oben – samt Titelgewinnen. 

Mit dem Mohammedan SC gewann Sandi den ersten Titel des Vereins seit elf Jahren. Kurz vor seinem Wechsel sicherte er sich mit Al-Seeb im Oman zudem das Double aus Meisterschaft und Pokal. Aktuell steht er beim kambodschanischen Visakha FC unter Vertrag und konnte gleich in seiner Anfangszeit den Pre-Season Cup gewinnen. 

Im asiatischen Fußballverband AFC ist Sandi mittlerweile selbst als Ausbilder aktiv und leitet LehrgĂ€nge in den Bereichen Fußball und Fitness. Diese TĂ€tigkeit hat ihn nicht nur mit zahlreichen Teams in Kontakt gebracht, sondern fĂŒhrt ihn auch regelmĂ€ĂŸig in LĂ€nder wie Singapur, China, den Oman und in viele weitere Teile Asiens. 

Ein Spiel, eine Sprache 

Die Eingewöhnung fiel ihm leicht. „Fußball ist eine universelle Sprache. Wenn du die sprichst, wirst du ĂŒberall aufgenommen. Und ‚Made in Germany‘ hat im Fußball weltweit immer noch Gewicht.“ Sandi erzĂ€hlt von Treffen mit Vereinsbossen, die gleichzeitig Minister oder Prinzen sind, von Finalspielen, AdrenalinschĂŒben und dem notwendigen FeingefĂŒhl abseits des Rasens. „Du musst wissen, wie du auftrittst: respektvoll, anpassungsfĂ€hig – aber mit klarem Plan.“ 

Taktik trifft Kultur 

Seine deutsche Ausbildung und die Erfahrung als Spieler sieht er dabei als Trumpf: „Strukturiertes Arbeiten liegt mir im Blut. Wenn du das mit Lockerheit und PraxisnĂ€he kombinierst, findest du schnell deinen Platz.“ Gleichzeitig warnt er davor, alles aus dem deutschen System eins zu eins exportieren zu wollen. „Ich habe viele gesehen, die nach drei Monaten wieder im Flieger saßen. Du brauchst AnpassungsfĂ€higkeit – ohne die geht’s nicht.“ 

Sein Job ist dabei viel mehr als nur AufwĂ€rmen und Auslaufen. „Ich begleite Spieler durch Verletzungen, entwickle individuelle TrainingsplĂ€ne, werte GPS-Daten aus, kĂŒmmere mich um ErnĂ€hrung und Aktivierung. Wenn du nicht bereit bist, auch mal Reiskörner zu zĂ€hlen, bist du hier falsch“, sagt er lachend. Und trotzdem, oder gerade deshalb, ist fĂŒr ihn klar: „Das ist der vielleicht erfĂŒllendste Job im Fußball. Ich mache Spieler besser. Und Teams. Das ist mein Anspruch.“ 

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