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VDV-Studie: Mehr Depression und Angstzustände bei Profis
Alarm für die seelische Gesundheit
Eine weitere internationale Studie der FIFPro hat erneut gezeigt, dass aktive und ehemalige Profis deutlich häufiger an Symptomen von Depression und Angststörungen leiden als die Normalbevölkerung.
An der im Herbst veröffentlichten Studie des internationalen Verbandes der Spielergewerkschaften, die von Forschern des akademischen Medizinzentrums in Amsterdam durchgeführt wurde, nahmen 607 aktive und 219 ehemalige Profis aus elf Ländern teil; konkret aus Belgien, Chile, Finnland, Frankreich, Japan, Norwegen, Paraguay, Peru, Schweden, der Schweiz und Spanien.
Über Symptome von Depression und Angststörungen klagten dabei 38 Prozent der aktiven Spieler, bei den ehemaligen Profis waren es 35 Prozent. Schlafstörungen traten darüber hinaus bei 23 Prozent der aktiven und bei 28 Prozent der ehemaligen Berufsfußballer auf. Zudem räumten neun Prozent der aktiven Spieler und 25 Prozent der ehemaligen Profis Probleme im Umgang mit Alkohol ein. Besonders auffällig an der Studie war der starke Zusammenhang von körperlichen Verletzungen und psychischen Erkrankungen: Je häufiger sich Spieler körperlich schwer verletzten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen auch Symptome seelischer Erkrankungen auftraten.
Die aktuelle Studie aus dem Jahr 2015 basiert auf einer ähnlichen FIFPro-Studie aus dem Jahr 2013 (WIR PROFIS berichtete). Damals waren 180 aktive und 121 ehemalige Profis aus Australien, Irland, Neuseeland, den Niederlanden, Schottland und den USA befragt worden. Dabei gaben rund 25 Prozent der aktiven Profis an, an Symptomen von Depression oder Angststörungen zu leiden. Bei den ehemaligen Profis lag dieser Wert seinerzeit sogar bei 40 Prozent.
„Wir hoffen, dass mit dieser Studie ein größeres Bewusstsein und Engagement im Fußball entsteht, Hilfsangebote zu schaffen, um den von psychischen Problemen Betroffenen damit zu zeigen, dass sie nicht allein sind“, erklärte Dr. Vincent Gouttebarge in seiner Funktion als medizinischer Direktor der FIFPro und ergänzte: „Die aktuelle epidemiologische Studie ist ein notwendiger erster Schritt, um präventive und unterstützende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von aktiven und ehemaligen Spielern zu entwickeln.“