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Mindestlohn steigt

Verstöße werden hart bestraft

Der gesetzliche Mindestlohn wird am 1. Oktober 2022 auf 12 Euro pro Stunde steigen. Klubverantwortliche, die diese Regelung nicht beachten, m√ľssen mit schwerwiegenden Sanktionen rechnen.

Das Mindestlohngesetz gilt grunds√§tzlich f√ľr jeden Arbeitnehmer; sogar Jugendliche mit abgeschlossener Berufsausbildung haben schon einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Allerdings gelten Kinder und Jugendliche ohne abgeschlossene Berufsausbildung nicht als Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes.

F√ľr den Fu√üball ist zu beachten, dass nicht nur die Zeiten f√ľr Spiel und Training zur Arbeitszeit z√§hlen, sondern beispielsweise auch Zeiten f√ľr das Umziehen, f√ľr Fahrten zu Ausw√§rtsspielen, f√ľr Besprechungen, f√ľr Pressekonferenzen sowie f√ľr weitere dienstliche T√§tigkeiten, bei denen ein Arbeitnehmer seinen beruflichen Pflichten nachkommen muss. Die Arbeitgeber m√ľssen den gesetzlichen Mindestlohn anhand der tats√§chlichen Arbeitszeiten korrekt ermitteln und zeitnah auszahlen. Bei Minijobbern gelten diesbez√ľglich besonders strenge Dokumentationspflichten.

Gro√üe praktische Relevanz hat das Mindestlohngesetz f√ľr gering verdienende Spielerinnen und Spieler, beispielsweise in der 2. Frauen-Bundesliga, in den Spielklassen unterhalb der 3. Liga sowie bei vielen √§lteren Juniorenspielern in den Nachwuchsleistungszentren.

Ein praktisches Beispiel: Die verbandsrechtliche Mindestverg√ľtung f√ľr Vertragsspieler betr√§gt 250 Euro pro Monat. Bei einem Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde ist dieses Sal√§r bereits nach knapp 21 Stunden aufgebraucht; das d√ľrfte aber gerade mal f√ľr eine Woche mit vier Trainingseinheiten, einem Heim- und einem Ausw√§rtsspiel reichen ‚Äď und nicht f√ľr einen ganzen Monat. Folglich sollten alle Spielerinnen und Spieler mit niedrigem Gehalt ‚Äď insbesondere Minijobber ‚Äď ganz genau die eigene Arbeitszeit dokumentieren und ihren Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn monatlich geltend machen. VDV-Mitglieder k√∂nnen sich diesbez√ľglich von den Experten der Spielergewerkschaft beraten lassen.

Wie bereits in den VDV-Verbandsmedien berichtet wurde, k√∂nnen Verst√∂√üe gegen das Mindestlohngesetz mit Bu√ügeldern in H√∂he von bis zu 500.000 Euro geahndet werden. Zudem drohen bei Straftaten wie Sozialversicherungsbetrug (Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt) und Steuerhinterziehung im schlimmsten Fall Haftstrafen. Spielerinnen und Spieler k√∂nnen Verst√∂√üe ‚Äď auch anonym ‚Äď bei der zust√§ndigen ‚ÄěFinanzkontrolle Schwarzarbeit‚Äú des Zolls anzeigen (www.zoll.de).


Exemplarische Modellrechnung zum gesetzlichen Mindestlohn:

  • 16 Trainingseinheiten im Monat¬†(jeweils 2,5 Stundem mit Umziehen und Pflege)¬†= 40 Stunden
  • 2 Heimspiele¬†(jeweils 4 Stunden mit Besprechungen etc.)¬†= 8 Stunden
  • 2 Ausw√§rtsspiele¬†(jeweils 6 Stunden mit Fahrzeit etc.)¬†= 12 Stunden

60 Stunden mal 12 Euro = 720 Euro

(Anspruch auf gesetzlichen Mindestlohn)

¬†Die hier zugrunde gelegte Trainingsintensit√§t entspricht dem Aufwand einer semiprofessionellen F√ľnftligamannschaft (Oberliga). Selbst bei einer Bezirksligatruppe mit nur 12 Trainingseinheiten pro Monat betr√§gt nach diesem Modell die monatliche Arbeitszeit 50 Stunden (600 Euro). Klar ist also, dass eine Vertragsspielert√§tigkeit auf Minijobbasis (maximal 520 Euro pro Monat ab dem 1. Oktober 2022) mit den Bestimmungen zum gesetzlichen Mindestlohn grunds√§tzlich nicht vereinbar ist. Selbst bei Geh√§ltern, die √ľber 1.000 Euro liegen, kann es bei entsprechendem Arbeitsaufwand (beispielsweise in der Regionalliga oder der A-Junioren-Bundesliga) eng werden. Bei Nichtbezahlung des gesetzlichen Mindestlohns drohen Klubverantwortlichen harte Strafen.

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