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WIR PROFIS 1/2023

Einwurf!

Die FIFPRO hat die bestehende Kooperationsvereinbarung mit der VDV gek√ľndigt. Was steckt dahinter und wie geht es weiter? Ein Einwurf von VDV-Gesch√§ftsf√ľhrer Ulf Baranowsky.

Die FIFPRO hat die bestehende Kooperationsvereinbarung mit der VDV gek√ľndigt. Was steckt dahinter und wie geht es weiter? Ein Einwurf von VDV-Gesch√§ftsf√ľhrer Ulf Baranowsky.

Die FIFPRO ist ein internationaler Dachverband von nationalen Fu√üball-Spielervereinigungen mit Sitz in den Niederlanden. Die FIFPRO finanziert sich in hohem Ma√ü ‚Äď was √∂ffentlich bekannt ist ‚Äď aus Erl√∂sen, die aus der Vermarktung von Bild- und Namensrechten von Fu√üballern stammen. Dies wirft ‚Äď nicht nur in Deutschland ‚Äď zahlreiche Fragen auf.

Problemfeld: Persönlichkeitsrechte

Im Jahr 2008 gab es ein richtungsweisendes Urteil. Das Landgericht Frankfurt am Main stellte fest, dass die FIFPRO unrechtm√§√üig Pers√∂nlichkeitsrechte von Spielern der Bundesliga an einen Hersteller von Videospielen vermarktet hatte. Geklagt hatte die DFL. In der Regel stimmen die Bundesligaspieler n√§mlich √ľber ihre Arbeitsvertr√§ge der Vermarktung ihrer Pers√∂nlichkeitsrechte durch die Klubs beziehungsweise durch die DFL zu. Die erzielten Erl√∂se flie√üen dann mittelbar √ľber die Klubs in die Geh√§lter der Spieler ein.

Die VDV hatte schon vor diesem Verfahren nachweislich gegen√ľber der FIFPRO betont, dass sie keine Rechte der Spieler an die FIFPRO √ľbertr√§gt. Dies wurde in dem Verfahren best√§tigt. Anschlie√üend ist die VDV als Mitglied aus der FIFPRO ausgetreten, um zuk√ľnftig √ľberhaupt nicht mehr mit dieser Pers√∂nlichkeitsrechte-Problematik in Ber√ľhrung zu kommen.

Keine Mitgliedschaft möglich

Um dennoch mit der FIFPRO im Austausch zu bleiben, wurde sp√§ter eine Vereinbarung zu einer ‚Äď eher losen ‚Äď Kooperation zwischen der VDV und der FIFPRO-Europadivision getroffen. Darin wurde neben dem fu√üballpolitischen Dialog auch eine Zusammenarbeit bei der Wahl der WORLD 11 vereinbart.

Diese Kooperationsvereinbarung hat die FIFPRO nun gek√ľndigt und der VDV stattdessen angeboten, an einem Mitgliedschafts-Assessment-Verfahren teilzunehmen. Dies geschah offensichtlich mit dem Ziel, in Zukunft auch die Pers√∂nlichkeitsrechte der im deutschen Profifu√üball besch√§ftigten Spieler vermarkten zu k√∂nnen; denn bei der Pr√ľfung der Satzung und Ordnungen der FIFPRO wurde schnell klar, dass jede Art der Mitgliedschaft bei der FIFPRO einen Bezug zur Vermarktung beziehungsweise zur √úbertragung von Pers√∂nlichkeitsrechten der Spieler aufweist. Eine Mitgliedschaft der VDV oder eine enge Zusammenarbeit mit der FIFPRO unter diesen Voraussetzungen st√ľnden somit im Widerspruch zur oben geschilderten Rechtssituation in Deutschland und w√§ren daher gegenw√§rtig gar nicht m√∂glich.¬†

VDV bietet rechtskonforme Zusammenarbeit an

Die VDV hat der FIFPRO stattdessen angeboten, weiterhin im fu√üballpolitischen Dialog zu bleiben und gegebenenfalls projektbezogen zu kooperieren ‚Äď allerdings ohne jedweden Bezug zur Vermarktung der Pers√∂nlichkeitsrechte von Spielern. Auf dieses Angebot ist die FIFPRO bisher leider nicht eingegangen. Die VDV h√§lt die T√ľr f√ľr einen Dialog aber weiter offen.

In diesem Sinne alles Gute und beste Gr√ľ√üe

euer Ulf

 

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